Bullenherz

LOVE MY NATURE

Love my Nature · Bullenherz

Schön, dass du bei Love my Nature vorbeischaust. Hier begleiten wir dich vom ersten Samen bis zur reifen Tomate.

Deine Bullenherz-Tomate

Viel Fruchtfleisch, eine markante Herzform und Platz für rote wie orange Früchte: Diese Anleitung hilft dir bei beiden Bullenherz-Varianten. Welche Farbe deine Pflanze bekommt, steht auf deinem Samentütchen.

Das Bild zeigt eine allgemeine Aussaatszene, keine Bullenherz-Früchte.

So startest du

  1. Lege kleine saubere Töpfe mit Bodenlöchern, Untersetzer, Anzuchterde, Wasser, Etiketten und möglichst ein Thermometer bereit. Anzuchterde ist feine, schwach gedüngte Erde für die Aussaat. Die Löcher verhindern, dass Wasser im Topf stehen bleibt.
  2. Für die Kultur draußen säst du in Mitteleuropa im März bis Anfang April im Haus. Für ein geeignetes Gewächshaus kannst du früher beginnen, ab Mitte Februar nur mit genügend Licht und Wärme. Erde vorher anfeuchten: Sie soll sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen.
  3. Fülle die Töpfe locker, lege je einen Samen hinein und bedecke ihn mit 0,5–1 cm Erde. Leicht andrücken und vorsichtig mit feinem Wasserstrahl befeuchten. Beschrifte Rot und Orange getrennt. Stelle die Töpfe zum Keimen bei 20–24 °C auf; meist erscheinen die ersten Keimlinge innerhalb von etwa zwei Wochen.
  4. Eine transparente Haube ist möglich: täglich öffnen, Kondenswasser ablüften lassen und die Erde kontrollieren. Nicht geschlossen in pralle Sonne stellen. Sobald grüne Triebe erscheinen, Haube entfernen und sofort sehr hell bei etwa 18–20 °C weiterziehen. Nicht auf einer heißen Heizung stehen lassen.

Monate sind eine Orientierung für Mitteleuropa. Licht, örtliche Frostgefahr und Temperaturen entscheiden auch anderswo. Die Werte sind Richtwerte für die Kultur, keine Keim- oder Erntegarantie. [1–3]

Bullenherz kennenlernen

Bullenherz beziehungsweise Ochsenherz gehört zu Solanum lycopersicum. Cuore di bue oder Cuor di bue bedeutet auf Italienisch „Ochsenherz“, Oxheart heißt es auf Englisch. Die Namen werden für verschiedene Auslesen verwendet, nicht überall für dieselbe genetisch identische Sorte. Typisch sind große, fleischige Früchte, häufig mit wenig Samen und herzähnlicher Form. Je nach Linie sind Form, Größe, Rippung und Reifezeit unterschiedlich. [2–4]

Rot und Orange sind eigenständige Farbvarianten. Eine orange Bullenherz muss zur Reife nicht rot werden. Auch gelbe, rosafarbene und dunkel gefärbte Ochsenherztypen kommen vor; „lila“ ist keine einheitliche Sortenbezeichnung. Die Farbe allein verrät weder Süße noch Säure oder Ertrag. Diese Anleitung konzentriert sich auf deine rote oder orange Variante. [2–5]

Der italienische Name erinnert an die traditionelle Verbindung vieler Cuor-di-bue-Auslesen mit Italien. Daraus lässt sich kein gesichertes Entstehungsjahr für jedes Bullenherz-Saatgut ableiten. Die orange ReinSaat-Auslese ist beispielsweise dort aus einer roten Form entstanden; das belegt nicht die Herkunft jeder orangefarbenen Bullenherz. [2,3]

Dein Weg zur Ernte

Anzucht & AuspflanzenBullenherz · Solanum lycopersicum
Keimtemperatur
20–24 °C
Keimdauer
etwa 10–14 Tage
Saattiefe
0,5–1 cm
Pflanzabstand
50–80 cm; Reihen 100 cm

Pikieren: jede Pflanze bekommt Platz

Nach den ersten beiden einfachen Keimblättern wachsen die echten Laubblätter. Sobald davon ein bis zwei da sind und du die Pflanze sicher greifen kannst, setze sie in einen eigenen etwa 8–10 cm breiten Topf. Das heißt Pikieren. Hebe Wurzeln und Erde mit einem Löffelstiel an, halte ein Blatt, niemals den zarten Stängel. Einsetzen, Erde behutsam schließen und angießen. [1]

Abhärten: langsam nach draußen

Gewöhne Jungpflanzen etwa 7–10 Tage schrittweise an Sonne und Wind. Beginne an milden Tagen mit ein bis zwei Stunden im geschützten Schatten, steigere täglich Dauer und Sonne. Bei kühlen Nächten wieder hineinholen. Das ist eine praktische Empfehlung, kein starrer Kalender. Erst endgültig auspflanzen, wenn kein Frost mehr droht und die Nächte zuverlässig mild bleiben. [1]

Einpflanzen und stützen

Wähle sonnigen, windgeschützten, luftigen Platz und lockeren Boden. Lasse 50–80 cm zwischen Pflanzen und ungefähr 100 cm zwischen Reihen; bei mehreren Trieben großzügiger planen. Setze den feuchten Wurzelballen ein, schließe die Erde an und gieße gründlich. Stecke gleich einen stabilen Stab dazu. Trieb mit weichem Band locker anbinden; die Schlaufe darf nicht einschneiden. [1–3]

Direktsaat oder Topf?

Für Anfänger und in Mitteleuropa ist Vorziehen empfehlenswert. Direktsaat ist bei großen, länger reifenden Tomaten wegen der verkürzten Saison nicht empfehlenswert. In sehr langen, frostfreien warmen Sommern kannst du an endgültigen Stellen je zwei Samen 0,5–1 cm tief säen; feucht halten und später den schwächeren Keimling am Boden abschneiden. Für Kübel empfehlen wir eine Pflanze in etwa 30–40 Litern mit Abzugslöchern und standfester Stütze. Das Volumen ist eine Pflegeempfehlung. [1–3]

Gießen & PflegenBullenherz · Solanum lycopersicum

Gießen mit Fingerprobe

Prüfe vor dem Gießen auch die Erde unter der Oberfläche. Ist sie dort noch deutlich feucht, warte. Wird sie leicht trocken, langsam auf die Erde gießen, bis der Wurzelbereich durchfeuchtet ist; bei Töpfen soll etwas Wasser unten ablaufen. Untersetzer anschließend leeren. Gleichmäßig feucht halten, nicht zwischen völlig trocken und klatschnass wechseln. Bei Hitze Töpfe täglich prüfen. [1]

Düngen passend zur Erde

Vorgedüngte Gemüseerde braucht nicht sofort zusätzlichen Dünger. Beachte ihre angegebene Nährstoffversorgung. Wenn diese nachlässt beziehungsweise Früchte ansetzen, verwende geeigneten Tomatendünger nach Packungsdosierung. Überdüngung macht nicht automatisch mehr Früchte. Im nährstoffreichen Beet kann weniger nötig sein. [1]

Ausgeizen und Fruchtlast

Hochwachsende Ochsenherztypen brauchen Stützen. Für den Einstieg kannst du einen Haupttrieb führen: Kleine Seitentriebe im Winkel zwischen Blatt und Hauptstängel vorsichtig ausbrechen. Das heißt Ausgeizen. Blütenstände nicht entfernen. Zweitriebige Kultur ist bei passenden Auslesen möglich, braucht aber mehr Platz und eine Stütze für beide Triebe. Schwere Fruchtstände bei Bedarf zusätzlich weich abstützen. [1–3]

Blüten, Luft und Sommerhitze

Tomaten können sich selbst befruchten; Bewegung hilft dem Pollen. Im Gewächshaus regelmäßig lüften und offene Blüten vorsichtig am Stützstab erschüttern. Bei extremer Hitze für Luft und bei Bedarf zeitweise Schattierung sorgen. Ein Regendach mit offenen Seiten kann Blätter trocken halten. Nicht luftdicht einpacken und nicht sämtliche schützenden Blätter entfernen. [1]

Ernten & GenießenBullenherz · Solanum lycopersicum

Rot oder Orange: Reife erkennen

Ernte nach der vorgesehenen Endfarbe: Rot reift rot aus, Orange orange. Die Frucht sollte voll entwickelt sein und bei sanftem Druck leicht nachgeben, ohne matschig zu sein. Nicht kräftig drücken. Ein harter grüner Bereich ist kein zuverlässiges Reifezeichen. Farbe, Festigkeit und die Angaben zur Variante gemeinsam beurteilen. [1–3]

Schonend ernten

Halte die schwere Frucht mit einer Hand fest und schneide den kurzen Stiel mit sauberer Schere ab. Ziehe nicht am ganzen Fruchtstand. In Mitteleuropa liegt die Ernte im Sommer bis Herbst; große Früchte brauchen oft länger als kleine Cocktailtomaten. Keine feste Erntewoche voraussetzen. [1]

In der Küche

Wasche die reifen Früchte vor dem Essen. Dicke Scheiben passen auf Brot, in Salat oder zu Mozzarella. Das fleischige Innere eignet sich auch für Saucen und Ofengerichte. Geschmacksunterschiede hängen von der Auslese, Reife und Kultur ab; Orange bedeutet nicht automatisch säurearm. Saatgut und grüne Pflanzenteile sind nicht zum Essen vorgesehen. [1–3,6]

Aufbewahren und nachreifen

Lagere unbeschädigte Früchte luftig, schattig und ohne Druck. Reife weiche Früchte bald verwenden. Vor Kälte oder Frost kannst du gesunde, ausgewachsene, noch nicht völlig reife Früchte hereinholen und bei etwa 18–20 °C nachreifen lassen; regelmäßig kontrollieren. Für diese Anleitung empfehlen wir, erst ausgereifte Früchte zu essen. Beschädigte oder faulige Früchte aussortieren. [6]

Welcher Standort passt?

Fensterbank

Gut für die helle Vorzucht. Für eine große ausgewachsene Bullenherz sind eine normale schmale Fensterbank und wenig Licht nicht empfehlenswert.

Balkon & Terrasse

Sonnig und windgeschützt, mit großem Kübel, Wasserabzug und sicher befestigter Stütze. Prüfe, ob Platz und Tragfähigkeit für den schweren Topf ausreichen.

Garten & Gewächshaus

Im Beet möglichst sonnig und vor Dauerregen geschützt. Im Gewächshaus lassen sich Wärme und Saison besser nutzen, aber Lüften bleibt Pflicht. Tomaten vertragen keinen Frost.

Wenn etwas nicht klappt

Nach zwei Wochen noch nichts gekeimt?
Miss die Temperatur in der Erde und prüfe die Feuchtigkeit. Kühle oder ausgetrocknete Erde verzögert die Keimung; dauernd nasse Erde kann Samen faulen lassen. Nicht ständig ausgraben. Zwei Wochen sind ein Richtwert, keine Ausschlussfrist.
Lange, dünne Sämlinge?
Meist passt viel Wärme nicht zu wenig Licht. Stelle sofort heller und nach der Keimung mäßiger warm. Beim Pikieren kannst du gesunde lange Tomatensämlinge tiefer setzen, die Keimblätter bleiben über der Erde. [1]
Schwarzer Fleck unten an der Frucht?
Das kann Blütenendfäule sein, eine Störung der Calciumversorgung der Frucht, oft bei ungleichmäßiger Wasserversorgung. Prüfe Feuchtigkeit und Wurzeln zuerst. Nicht blind Kalk oder Dünger nachschütten. Betroffene Stellen heilen nicht wieder. [1]
Früchte platzen oder Blätter werden braun?
Stark wechselnde Feuchtigkeit fördert Risse. Gleichmäßiger gießen und reife Früchte rechtzeitig ernten. Sich ausbreitende braune Flecken können eine Krankheit sein; Blätter möglichst trocken halten, für Luft sorgen und den Befall fachlich bestimmen lassen. [1]
Blüten fallen ab?
Hitze, Kälte oder Wasserstress können die Fruchtbildung stören. Lüfte, vermeide austrocknende Wurzelballen und unterstütze die Bestäubung durch sanfte Bewegung. Mehr Dünger ist keine automatische Lösung. [1]
Die orange Frucht wird nicht rot?
Wenn auf deinem Tütchen Orange steht, ist das richtig. Warte auf eine ausgeprägte orange Endfarbe und leicht nachgebendes Fruchtfleisch. Nicht alle Farbvarianten durchlaufen dieselben Reifestufen.

Quellen & Einordnung

Die Zahlen verweisen auf die Quellen unten. [1] allgemeine Tomatenkultur; [2,3] rote und orange Referenzauslesen sowie Saatwerte und Abstände; [4,5] Vielfalt innerhalb der Ochsenherztypen; [6] Verwendung, Lagerung und Nachreife. Angaben fremder Auslesen belegen keine Eigenschaften deiner Saatgutcharge. Topfvolumen, Abhärtdauer und Direktsaat-Einschätzung sind praktische Empfehlungen. Stand: 29.10.2026. [7] ergänzt Keimdauer und Temperaturen nach dem Keimen.